{"id":4717,"date":"2016-12-01T11:07:05","date_gmt":"2016-12-01T10:07:05","guid":{"rendered":"https:\/\/forum-helveticum.ch\/en\/2016\/12\/sport\/"},"modified":"2017-02-01T11:50:14","modified_gmt":"2017-02-01T10:50:14","slug":"sport","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/forum-helveticum.ch\/en\/2016\/12\/sport\/","title":{"rendered":"Sport"},"content":{"rendered":"<div class=\"col1\">\r\n<p>Oft gilt Sport, wie Musik, als Universalsprache, Integrationselement und \u00absozialer Kitt\u00bb in der Gesellschaft, ja gar als Verbindungselement zwischen V\u00f6lkern und Nationen der ganzen Welt. Gleichzeitig tr\u00e4gt er naturgem\u00e4ss durch die Situation des Wettbewerbskampfs auch das Potential der Ablehnung und Verachtung des \u00abAnderen\u00bb in sich.<\/p>\r\n<\/div>\r\n<p><!--more--><\/p>\r\n<div class=\"col1\">Interessant f\u00fcr Schweizer Verh\u00e4ltnisse ist, dass durch globalisierte M\u00e4rkte und Migration \u2013 und die damit entstandene Durchmischung von Sprachen und Kulturen in Clubs und Nationalmannschaften \u2013 sprachregionale Unterschiede im Bereich des professionellen Mannschaftssports zunehmend in den Hintergrund getreten sind. Eine 2008 vor der \u00abFussball-Euro\u00bb im eigenen Land realisierte Untersuchung im Rahmen des Projekts \u00abDiscours Suisse\u00bb zeigte, dass die multikulturelle Fussball-Nationalmannschaft tats\u00e4chlich als nationaler Kitt fungierte. Damit war die Situation sehr anders als vor rund 50 Jahren, als fast nur Romands oder in DEN 80er Jahren, als fast nur Deutschschweizer mitspielten und die Perzeption der Medien und der Bev\u00f6lkerung dementsprechend auch gespalten war. Die gleiche Untersuchung zeigte auch, dass trotz Bewunderung f\u00fcr die grossen Sprachnachbarn die Schweizer sich freuen, wenn die angrenzenden L\u00e4nder verlieren. Eine widerspr\u00fcchliche Haltung, welche an jene der Schweizer Literaturen erinnert, die sich an die grossen europ\u00e4ischen Sprachkulturen anlehnen, gleichzeitig aber auch ihre Distanz und Differenz dazu markieren.<br \/>\r\n \u00a0<br \/>\r\n Die im Rahmen des NFP 56 durchgef\u00fchrte wissenschaftliche Studie \u00abPlurilinguisme v\u00e9cu et identit\u00e9: pratiques et strat\u00e9gies d&#8217;utilisation de la langue dans des contextes plurilingues suisses\u00bb untersuchte noch konkreter Formen der gelebten Mehrsprachigkeit u.a. innerhalb der U-18 Schweizer Fussball-Nationalmannschaft. Die interkulturellen Kontakte wurden von den beteiligten Sportlern als unproblematisch eingestuft. Der Trainer sah die t\u00e4gliche Auseinandersetzung mit der Mehrsprachigkeit gar als M\u00f6glichkeit f\u00fcr die junge Mannschaft, in den zwischenmenschlichen Beziehungen und beim Zusammenhalt der Gruppe Fortschritte zu erzielen. Die Strategien, um sich mehrsprachig zu verst\u00e4ndigen (Wahl der Sprache, \u00dcbersetzungen) wurden jeweils den verschiedenen konkreten Situationen angepasst.<br \/>\r\n \u00a0<br \/>\r\n Wie schnell sich Sport in Verbindung mit den Sprachregionen aber auch dazu eignet, um Sprachen- und Kulturgr\u00e4ben herbei zuschw\u00f6ren, zeigen zwei Beispiele: Es reicht, wenn an einem Wochenende in der Schweizer Fussballmeisterschaft zwei welsche Spieler vom Platz gestellt werden, um Verschw\u00f6rungstheorien gegen Fussballsclubs aus der Romandie aufleben zu lassen (Radio Suisse Romande, 2.8.2010); es reicht, wenn einige welsche Sportler gleichzeitig gute Resultate erzeugen, um w\u00f6rtlich festzustellen, dass es einen R\u00f6stigraben\u00a0zwischen den erfolgreichen Romands und der Restschweiz gibt \u2013 indem man allerdings jene Sportarten sorgf\u00e4ltig ignoriert, wo dies nicht zutrifft (Blick, 8.3.2009).<br \/>\r\n \u00a0<br \/>\r\n Auch oder besonders auf nicht professioneller Ebene bietet Sport unz\u00e4hlige und vielf\u00e4ltige Kontaktm\u00f6glichkeiten. Und dies nicht nur im Rahmen von nationalen Wettbewerben auf Amateurebene, sondern auch \u2013 dank der M\u00f6glichkeiten der nicht verbalen Kommunikation \u2013 von Jugendaustauschprojekten oder Gemeindepartnerschaften. Etwas Spezielles liess sich 2010 Infoklick mit dem Begegnungsprojekt \u00abGet together\u00bb einfallen, im Rahmen desssen Jugendliche aus der ganzen Schweiz durch die vier Sprachregionen wanderten.<br \/>\r\n \u00a0<br \/>\r\n Ein interessanter noch zu untersuchender Aspekt w\u00e4re zu wissen, warum gewisse Sportarten in einer Sprachregion markant vertreten und popul\u00e4r sind \u2013 wie z.B. Basketball in der Romandie und im Tessin oder Handball in der Deutschschweiz \u2013 und andere fast oder \u00fcberhaupt nicht.<\/div>\r\n<h5 class=\"col1\">DOKUMENTE, PUBLIKATIONEN<\/h5>\r\n<div class=\"col2\">\r\n<ul>\r\n\t<li><a href=\"http:\/\/www.nfp56.ch\/d_projekt.cfm?Projects.Command=details&amp;get=21&amp;kati=5\" target=\"_blank\">Sandro Cattacin, <i>Welche Dynamik bringt Mehrsprachigkeit in der Schweiz?<\/i>, Zusammenfassung und Schlussbericht im Rahmen den nationalen Forschungsprogramms 56 \u00abSprachenvielfalt und Sprachkompetenz in der Schweiz\u00bb, Genf, 2009<\/a><\/li>\r\n<\/ul>\r\n<ul>\r\n\t<li><a href=\"http:\/\/www.forum-helveticum.ch\/logicio\/client\/forumhelveticum\/file\/stichwort\/SportDiscoursSuisseD.pdf\" target=\"_blank\">Forum Helveticum, Netzwerk M\u00fcllerhaus, Schweiz. Depeschenagentur, <i>Discours Suisse: Euro 2008 \u2013 Globalisierte Nationalmannschaft schweisst die Schweiz zusammen<\/i>, 2008<\/a>\u00a0<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oft gilt Sport, wie Musik, als Universalsprache, Integrationselement und \u00absozialer Kitt\u00bb in der Gesellschaft, ja gar als Verbindungselement zwischen V\u00f6lkern und Nationen der ganzen Welt. 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